Informationen für Ärzte

Was ist ein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut?

Zulassung: Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche müssen über ein abgeschlossenes Studium der Psychologie oder Pädagogik, eine mindestens fünfjährige Ausbildung an einem anerkannten Institut und eine Zulassung der kassenärztlichen Vereinigung verfügen.

Kostenübernahme: Bei entsprechender Indikation werden die Behandlungskosten einer Kinder- oder Jugendlichen-Psychotherapie sowohl von der gesetzlichen Krankenkasse als auch von der privaten Krankenversicherung übernommen.

Welche Art der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie ist wann angezeigt?

In Deutschland gibt es drei anerkannte und von den Kassen zugelassene psychotherapeutische Behandlungsverfahren: Die Verhaltenstherapie, die Analytische Psychotherapie, und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Praktisch niemand bietet alle drei Behandlungsverfahren an, so dass Sie als Arzt entscheiden müssen, ob Sie an einen Verhaltenstherapeuten oder an einen Analytischen Therapeuten überweisen (die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wird ebenfalls von Analytischen Therapeuten angeboten).

Aus den Unterschieden der drei Behandlungsverfahren ergeben sich klare Unterschiede in der Indikation:

Verhaltenstherapie:

Eine klare Symptomatik soll gezielt bearbeitet werden. Solche Symptome sind etwa Ängste, Sprechstörungen, soziale Störungen oder Essstörungen. Die Verhaltenstherapie zielt auf Lerneffekte und Einübung durch gezieltes Training. Die den Symptomen zugrunde liegenden Themen und Ursachen sind weniger wichtig, im Vordergrund steht die Linderung der Symptome. Schädliche Verhaltens- und Gedankenmuster sollen erkannt und verändert werden.

Analytische Psychotherapie:

Die Symptomatik ist komplex und eng mit der Persönlichkeitsstruktur verwoben. Ziel dieser Therapieform ist das Erarbeiten eines tieferen Verständnisses der Patienten für ihr innerseelisches Erleben und Reagieren sowie das Finden praktischer Wege zu seelischer Gesundheit und Ausgewogenheit. Im Idealfall werden die Symptome dadurch überflüssig.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie:

Spezifische (akute) Konflikte sind zu bewältigen. Die Arbeit konzentriert sich auf das aktuelle Geschehen, sie geht nicht so sehr in die Tiefe, die Zielsetzung ist begrenzt, die Selbstentwicklung wird gefördert und unterstützt. Auf diese Weise werden Besserung oder Heilung möglich.

Anm.: Dies ist in wesentlichen Teilen eine Kürzung, Abwandlung oder ein Auszug von Texten der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland e.V., im Original nachzulesen unter www.vakjp.de. Interessante weiterführende Links für Ärzte: ...

 

Dr. phil. Monika Weber
Waldhauserstr. 1d
82547 Beuerberg