Informationen für jugendliche Patienten

Bin ich verrückt?

Sicher nicht. Seelische Krisen gehören zum Erwachsenwerden. Empfindsame Menschen werden naturgemäß härter getroffen als »Dickhäuter« – und gerade Jugendliche können durch innere Entwicklungen, aber auch durch äußere Einflüsse in Familie, Schule oder Beziehung leicht einmal ihre seelische Balance verlieren.

Wer zur Therapie kommt, kann beispielsweise Schwierigkeiten haben, mit anderen in Kontakt zu kommen. Oder hat eine Essstörung, oder kann sich nicht konzentrieren, oder tut sich selbst und anderen weh. Andere wurden durch ein schlimmes Erlebnis aus der Bahn geworfen und finden sich nicht mehr zurecht.

Bei einer Therapie hilft Ihnen ein speziell dafür ausgebildeter Erwachsener, die Ursachen Ihrer seelischen Leiden zu erkennen und geeignete Lösungswege zu finden. Oder er hilft Ihnen, eine akute Krise besser bewältigen zu können. Dabei zählt er auf Ihre Mitarbeit, ohne die dies nicht funktionieren kann.

Was passiert in einer Analytischen Psychotherapie für Jugendliche?

a) Erstgespräch(e)

Bei den ersten Terminen geht es um das gegenseitige Kennenlernen und um erste Antworten auf die Frage, wie es zur aktuellen Krise gekommen ist. Bei Jugendlichen geschieht dies stets im Gespräch, das heißt, wir sitzen in einem Raum und reden.

Ich bin zum Schweigen verpflichtet: Niemand außerhalb des Raums wird von unserem Gespräch erfahren, solange ich nicht von meiner Schweigepflicht entbunden wurde. Dies gilt für das Erstgespräch genauso wie für die spätere Therapie.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie ist gegenseitiges Verständnis und der ernsthafte Wille zur Mitarbeit. Die Gespräche sind getragen von Wertschätzung, Achtsamkeit und Respekt vor der Lebensgeschichte des Patienten und seiner Familie. Sollte kein gemeinsames Verständnis über die Diagnose und Therapie erreicht werden oder das Arbeitsbündnis nicht herzustellen sein, überlege ich mit Ihnen Alternativen (Beratunsstellen, Klinik, weitere Anlaufstellen).

b) Therapieempfehlung

Nach dem Erstgespräch stelle ich mit Ihnen gemeinsam eine Diagnose und gebe eine Therapieempfehlung. Je nach Problemstellung kann sich die Therapieempfehlung auf eine oder mehrere Personen erstrecken – häufig sind Familienprobleme eine Mitursache für seelisch-psychische Krisen von Jugendlichen.

Es kann deshalb sein, dass Eltern zumindest bei jüngeren Jugendlichen mit in die Therapie eingebunden werden sollten. Die Diagnose und Therapieempfehlung sind auch notwendig, um bei der Krankenkasse bzw. dem Krankenversicherer einen Therapieantrag einzureichen.

c) Therapieverlauf

Ist der Therapieantrag genehmigt – in der Regel werden für eine Kurzzeit-Therapie 25 Stunden und für eine Analytische Psychotherapie 70–90 Stunden bewilligt – kann die therapeutische Arbeit beginnen.

Anders als beim Arzt übernimmt in der Psychotherapie der Patient die Hauptarbeit bei der Heilung. Die Erfahrung zeigt, dass regelmäßiges Arbeiten für den Erfolg wichtig ist. Daher ist es am besten, Sie können mindestens einmal wöchentlich zu einer regelmäßigen und fortlaufenden Stunde kommen.

 

Dr. phil. Monika Weber
Waldhauserstr. 1d
82547 Beuerberg